Desi Springer & John Friend

Desi Springer and John Friend – the innovators of the Bowspring

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Desi Springer began to explore her own way of doing asanas after years of practicing Bikram und Anusara Yoga. Relying on the natural curvy shape of her body Sridaiva – today known as BOWSPRING – was born. Desi is renown for her disciplined, high integrity, character along with being very innovative, authentic, and sweet-hearted. She plays the edge in her practice, constantly exploring the frontiers of body-mind performance using her avant-garde alignment ideas.

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John founded Anusara yoga in 1997, and co-founded Sridaiva (Bowspring) in 2013 with Desi Springer. He has studied with many of the Indian Yoga Gurus like Patthabi Jois (Asthanga) and Iyengar. He has a strong belief in a systematic composition of the human body. John is never tired to find out the inner law of body function. With the Bowspring, as Sridaiva is named today,  he climbed up a new step of research and insight: How to evenly tone the body in front and back. More than ever he gives a look at society and its problems regarding the issues of the body: contracting the front and overstretching the back in a c-curve. Doing so, John is expanding the ancient idea of Yoga when he invites us to give a look at our daily default posture. Bowspring shows a way out of a damaging, unconscious misconception when it introduces a dynamic template for an active style of life.

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John’s philosophical outcome (Devine Destiny):

„Along our life path there is both fate and destiny. We have free choice to change our path within fixed karmic boundaries of space-time. In other ways, our bodies are fated to grow older and then to die one day, yet we all possess free will to choose our psycho-emotional responses to our fated situations. Our fates and our choices both direct us on a trajectory of painful or delightful experiences moment-to-moment. We either move toward health or toward disharmony by what we eat, how we posture and move our bodies, and by the vibratory quality of our thoughts and feelings. Skillful choice moves us on the path toward harmonic growth and expanding self-awareness, while unskillful choices lead us toward self-destruction. The path is moving toward either increasing freedom or further conditional limitations of embodiment.

To consciously journey on our life path day-to-day requires disciplined training of the mind-body. Without regular, meaningful practice of self-awareness, then we default to our unconsciously programmed fate. In Sridaiva, our divine destiny is self-created each day as we choose to create harmonious thoughts, a more balanced posture and a full heart of love. Through disciplined, mindful practice of the Bowspring dynamic posture each day, we gain the freedom to create our own destiny. Without cultivating this heightened awareness of our body-mind, we grow older each day in ever-deepening unconscious patterns of posture, emotional reactivity, and mis-perceptive thinking. Conversely, with a regular mindfulness practice of the Bowspring, we gain expanding health and harmony on our destined life path“ (J.F.).

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The Bowspring Practice – Einführung

Das Jahr 2012 sorgte für einigen Wirbel in einem nicht unbedeutenden Teil der Yogaszene. John Friend, der Begründer von Anusara Yoga, des am schnellsten wachsenden Yogastils der Welt, sah sich gewissen Vorwürfen ausgesetzt, die in ihrer medialen Verhandlung schließlich zum Ausscheiden seiner selbst von seiner eigenen Gründung führten. Anusara war und ist bekannt für ein intelligentes, auf seine Weise ganzheitliches Körpersystem, das der Durchführung der Asana eine klare, logisch durchstrukturierte Begründung gibt. Über Jahre beobachtete John Friend die großen indischen Yoga-Gurus, um sich schließlich 1997 an ein eigenes von Iyengar inspiriertes System, eben Anusara, heranzuwagen und dieses erfolgreich aufzustellen.

Wie nun genau der Sinneswandel sich vollzog, der zu einer neuen Ausrichtungspraxis, dem Bowspring, führte, wird eines Tages genauer beschrieben werden. Bekannt ist, dass John Friend im Jahr 2012 nicht nur unter den Vorwürfen litt seinen Lebenswandel betreffend, sondern auch einer – in seiner Praxis begründeten – Verletzung anheim fiel, derer er vermittels seiner eigenen anusarischen Ausrichtungsidee (der Spiralen und Loops) nicht mehr Herr wurde. An dieser Stelle kommt Desi Springer ins Spiel, eine langjährige Schülerin Friends. Ihr Körperbau widerspricht per se einem der gängigsten Ausrichtungsprinzipien moderner Yogapraxis, dem tuck-in-tailbone, der Steißbeinaktion, die John Friend einst bei Iyengar beobachtete und schließlich als Beckenloop seinem System einverschrieb. Desi war es kaum möglich, diese Aktion wirklich auszuführen, da die natürliche Kippung ihres Beckens nach vorn und die Hebung der Gesäßmuskel nach oben dem gängigen „standard model“ (dem default) sich widersetzten. Je mehr sie ihr Steißbein nach unten zog, um so kräftiger schnappte es wieder hochwärts. Ihre natürliche, erstaunliche Kurvatur im unteren Rücken, Lordose oder oft auch „Hohlkreuz“ genannt, machte ihr zunächst durchaus Sorgen, welchen jedoch nicht durch das gängige Therapeutikum beizukommen waren, in der Art, dass der untere Rücken Länge braucht durch die Steißbeinaktion nach unten. Um die starke Kurvatur im Körperganzen richtig einzuordnen, brauchte es einen neuen Ansatz, durch den das sogenannte Hohlkreuz entpathologisiert und die lordotische Kurve einer grundlegenden Affirmation zugeführt wurde. Kurz: Nicht ein ausgiebiges, kontraktives Core-Workout stützt die Lendenkurve. Sondern das weiterreichende Zusammenspiel von einem durch Beinarbeit aktivierten Gesäßmuskel sowie von oben her durch eine klar definierte Kyphose im Brustraum (Radiant Heart).

Kurz: Die Zusammenarbeit von Desi Springer und John Friend führte in seiner gegenseitigen Einlassung zu einem neuen Ausrichtungsprinzip, dem Bowspring. Dieser ist ein dynamisches Faszienyoga, welches wiederum den großen Ausrichter John Friend erkennen lässt, der detailreich das Geschehen auf der Yogamatte durchbuchstabiert. Ein bedeutsames Kennzeichen des Bowsprings ist die Zulassung der vielfältigen Kurven des menschlichen Körpers und deren funktionelle Erklärung im Rahmen spannungsgeladener Bewegtheit. Gebeugte Knie ermöglichen ein Pulsieren innerhalb der Asana. Bindegewebe wird allseitig durch präzise, biomechanische Druck- und Zugvorgänge aktiviert und bewässert. Ein sogenanntes Radiant Heart, das ballonartige Weiten des Brustkorbs zu allen Seiten, schafft Leichtigkeit in der Aufrichtung und kyphotischen Ausgleich zur bewusst eingenommenen, lordotischen Kurve in der Lende. Muskel- und fasziale Ketten werden engagiert, was dazu führt, dass jeder Asana eine federnde Potenz innewohnt, sich selbst durch Bewegung zu vertiefen und zu übersteigen und durch überraschende Sprünge und Schritte zu transformieren. Die Bowspring-Praxis ist das erste Yoga, welches sich nicht direkt auf indische Wurzeln beruft, sondern typisch westlichen, aus der alltäglichen Statik geborenen Körperproblematiken begegnet. Die Anatomie des Tieres wie auch die Techniken nativer Kulturen wurden bei der Erarbeitung der „neuen“ Ausrichtungsprinzipien beachtet.

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Im Jahr 2016 erfolgt der inhaltliche Split zwischen SRIDAIVA und dem BOWSPRING. The Bowspring Practice bezieht sich seitdem auf die reine körperliche Technik mit dem Fundament der 10 Schlüsselaktionen. Sridaiva bezieht sich auf alle Bereiche des Lebens, die neben der körperlichen Praxis in den Blick genommen werden: eine klare Diät (vegan, gluten-free), bestimmte verhaltensmäßige Tugenden bzw. die Art, das Leben überhaupt zu gestalten.