Regensburg 17./18.3.2018

OPEN BOWSPRING CLASSES

mit Bastian Schlickeisen (Berlin)

tarayoga Regensburg

Diese drei Klassen wollen neue Aspekte im zeitgenössischen Yoga offenlegen. Nicht nur, dass der Bowspring an sich mit seiner kurvigen und federnden (Root & Rise) und mithin faszial orientierten Praxis eine Revolution im breiten Feld des Yogas darstellt. Es scheint darüber hinaus so zu sein, dass innerhalb dieser Praxis immer neue, bewusstseinserweiternde und nachhaltige Aspekte zum Vorschein kommen wollen. Als möchte ein einmal gesetzter Samen immer neue, vielfarbige Inspirationen entfalten. Auf jeden Fall ist es spannend zu erleben, wie momentan ein eher traditionell-konservatives Milieu wie das Yoga in Bewegung gerät, um dem Kaleidoskop des physischen wie seelischen Lebens neue Einsichten abzugewinnen hinsichtlich einer angestrebten ganzheitlichen Erfassung der lebendigen Dinge.

Samstag, 17.3.2018: 10:00 – 12:00 Uhr

Embodyment

Der Begriff bedeutet nach Robert Schleip, einem der führenden Wissenschaftler in der Faszienforschung, eine freundliche, zugewandte und sensible Gesinnung des Praktizierenden gegenüber seinem Körper. Bowspring als erklärtes Faszienyoga sucht danach, im großen Netzwerk des Körpers Tonisierungsvorgänge in Gang zu setzen mit dem Ziel, möglichst viele Mitspieler in diesem tensegralen Netzwerk ausfindig zu machen. Tensegral bezeichnet einen übergreifenden Zusammenhang von (Körper-) Teilen, die unter Zugspannung zueinander in Beziehung stehen. Der Bowspringpraktizierende erfährt dabei, wie verschiedene, sogar weit auseinander liegende Areale des Körpers, in einer Bewegung zusammen agieren und sich gegenseitig stimulieren. Die Kräfte aus Druck- und Zug sowie die diverse Ansprache des Bindegewebes (der Faszien) in Dreh- und Hüpfbewegungen wollen uns funktional tiefer mit der ganzheitlichen Vorstellung von uns selbst vertraut machen. Embodyment bedeutet auch, wir tauchen in den eigenen Körper ein und gestalten von dort aus unsere Praxis. Diese hat kein äußerliches Vorbild. Durch den engen, freundlichen Kontakt und der sensiblen Zuwendung zur eigenen körperlich-seelischen Vorfindlichkeit erleben wir unser Potential zu echter Lebendigkeit. An diesem Morgen dehnen wir sorgsam, twisten mit Gefühl und atmen uns langsam und tief in die Erfahrung von geistigem Frieden.

Samstag, 17.3.2018: 12:30 – 13:30 Uhr

Atemverhalt

Nach nur einer nur kurzen Pause wollen wir eine Stunde allein dem Atem schenken. Der Atem ist womöglich der einzige natürliche Weg, in das autonome Nervensystem einzubrechen (Bio-Hack). D.h. Vorgänge, die in deinem Körper und deiner Psyche ablaufen, ohne dass du sie ansteuern kannst, werden qua bestimmter Atemtechniken verfügbar. Der Bowspring sucht dabei nach Techniken im zeitgenössischen und europäischen Kontext, die sich mit dem Verhältnis von Ein- und Ausatemlänge und Atemverhaltung beschäftigen. Auf physischer Ebene geht es dabei um das Verhältnis von Kohlendioxid und Sauerstoff im Körper und um eine Aufwertung des Kohlendioxids als Wegbereiter des Sauerstoffs im Blut. Auf psychischer Ebene bedeutet die Atempause die Möglichkeit der Erfahrung von Nichtstun als Motor von Lebendigkeit. Der Atemverhalt macht deutlich, dass das Leben auch ohne eigene Kontrolle und Besorgtheit seine guten Wege geht. Er wirft dich in den Fluss des Lebens zurück. Auf spiritueller Ebene schulst du im Atemverhalt deine Fähigkeit loszulassen, gerade in dem Moment, wo du normalerweise der egobasierten Einmischung (aus Angst das Leben zu verlieren) obliegen würdest. Der Kipppunkt des Loslassens im Moment der Panik möge erfahrbar werden als ein Weg zu tiefem, geistigen Frieden. Wir bedienen uns dabei zunächst der Atemkonzepte des russischen Arztes und Forschers Konstantin Buteyko und des niederländischen Yogis und Extremabenteurers Wim Hof, genannt der „Iceman“.

Sonntag, 18.3.2018: 10:00 – 12:00 Uhr

Functional Training & Yoga? Bowspring!

Schon mit dem Anusara Yoga kam ein neuer Ton ins Yoga. Auf einmal wurden alle Teile des Körpers so in einen Zusammenhang gestellt, dass ein therapeutischer Mehrwert erreichbar wurde in Form von Stabilität, Kräftigung und Öffnung. Bowspring geht auf seine Weise einen ähnlichen Weg: Die Ausrichtungsmethode beansprucht einen therapeutisch-funktionalen Effekt: Bewegungen werden so ausgeführt, dass sie eine nachhaltig positive Wirksamkeit auf unser System ausüben – oft auch in Auseinandersetzung und entgegen der alltäglichen Art und Weise, unseren Körper einzusetzen. Gezielte Impulse erhöhen den Grad an Elastizität im Körper. Das Kollagen, der Grundbaustein der Faszien, der Sehnen und Bänder, wird durch federnde und dehnende Bewegungen bei gleichzeitig tonisierendem Krafteinsatz verjüngt und gestärkt. Indessen kommt der spirituelle Aspekt der Praxis in der ganzheitlich aufmerksamen Ausführung der Sequenzen ins Spiel. Der Bowspringer gewinnt eine sehr genaue Vorstellung der Ausrichtung und der Aktivierungen im Körper, wodurch er bei exakter mentaler Fokussierung seine Praxis vertieft. Die funktionelle Grundidee der kurvig-federnden Bewegungsmethode will schließlich die Leichtigkeit und Lebendigkeit des Lebensflusses verdeutlichen. Expansion steht im Namen der Leichtigkeit. Im Radiant Heart, dem atmungsmäßig allseitig geweiteten Brustraum, ist die Schwerkraft ein Stück weit aufgehoben. Von diesem spirituell-physischen Zentrum, dem Radiant Heart, ausgehend, spielen wir an diesem Sonntagmorgen alle Variationen und Möglichkeiten der Bowspring-Praxis erfrischend und erweckend durch.