Bowspring WS Regensburg 22./23.9.2018 w/ Bastian

OUT OF THE CAGE: Bowspring als Tool zur Schöpfung

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Kein Götterhimmel kommt daran vorbei, zuvorderst jene Kraft herauszustellen, die alle Phänomene der Welt ins Leben ruft. Da gibt es im Himmel eine Lust zur Schöpfung und Entfaltung des Geistes in die Dinge auf Erden, die scheinbar endlos ist. Was nun, so die frappante Vorstellung, wenn diese Kraft auch in jedem von uns Menschen sich ausdrücken will? Als würde es nicht zureichen, dass wir selbst geschöpft sind, sondern die Kraft, die dies veranlasste, sich in und durch uns weiter äußern will?. Dann können wir nicht untätig bleiben.

Dann sind wir Getriebene (Berufene) von dieser Kraft des obersten Gottes. Bowspring ist ein Werkzeug dazu, das uns allen innewohnende Potential zur Schöpfung anzufassen und unserem Leben neue Formen und Einsichten zu verleihen. Es ist der Mut, sich zu äußern. Bowspring schenkt die Fähigkeit, auszubrechen aus herkömmlichen Strukturen und Mustern.

Bowspring spielt mit dem Wasser, aus dem unser Bindegewebe besteht. Wasser ist unnachgiebig, es dringt ein, sucht sich seinen Weg. Den Körper von hier betrachtet, ist nicht eine Maschine, die zur Funktion angehalten werden muss, sondern ein mäandernd-wucherndes Kontinuum, das Raum greift durch sein eigenes So-Sein.

Vor den Zuschreibungen, die den Phänomenen Charakter und moralisches Urteil geben, steht die Schöpfung. Sie ist zuerst unbändig, rücksichtslos, riskant – einmalig.

22.9.2018 10:00-12:00 Uhr Inspirationen zu einer wuchernden Yogapraxis

Die langen Körperflanken, gemeinsam mit dem engagierten Gesäßmuskel und den allseitig tonisierten Beinen ermöglichen körperliche Windungen und Ausgriffe, die trotz ihrer Ungewöhnlichkeit sicher sind und nachhaltig. Letzteres in dem Sinne, dass keine Abnutzungen stattfinden, keine schädlichen Pressuren. Wir schauen uns an, wie der Körper in seiner ganzheitlichen Inanspruchnahme kreativ wird. Wo Bewusstsein ist, entsteht Form. Bowspring ist alles andere als statisch und ist nicht auf ein funktionales Training zu begrenzen. Bowspring ist Yoga dort, wo es (auch jenseits buddhistischer Aufmerksamkeitspaxis) das Denken transzendiert und weite Räume des Geistes öffnet.

22.9.2018 12:30 – 14:00 Uhr Bow Breath

Verschiedene Pranayama erden den Bowspring zurück in die Anfänge des Yogas. In den alten Heiligen Schriften der Inder, aber auch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, galt Yoga als Technik zur Kontrolle des Geistes, vermittels der Meditation auf den Atem und einer aufrechten Sitzhaltung (á la Bowspring). Wir nutzen zeitgenössische Techniken eines Wim Hof (*1959), Buteyko (1923 – 2003) oder einer Ilse Middendorf (1910 – 2009), um den Ansatz der Veden neu zu eruieren. Middendorf, die „alte“ West-Berliner Grande Dame der Atemarbeit, sagte zu Yogapraktizierenden, die ihre Säle aufsuchten: Vergesst alles, was ihr bisher über den Atem gelernt habt. Der Atem werde nicht vom Willen gesteuert.

23.9.2018 10:00 – 12:00 Uhr Rapid Flow Against Excessive Thinking

Denken hat noch nie Probleme gelöst. Rapider BowFlow lässt keine Zeit zum denken. Nichtmal über die Technik denkst du nach. Du lässt sie kommen, weil sie natürlich ist für die Bewegungsaufgaben, die wir uns setzen. Wir deuten Figuren an, die in Bewegung sich auflösen. Federnde Sequenzen, schwingende Verläufe. Wir gehen ganz auf den Moment, wo die wirkliche Lösung liegt. Schon deshalb, weil es in dieser Verbindung kein Problem gibt. Wo Verbindung ist, ist das Leben.

23.9.2018 12:30 – 14:00 Uhr Bow Slow

Bodennahe Praxis zählt zu den Stiefkindern im Bowspring, da allgemein das Becken nicht leicht die erforderliche Kippung erreicht, um die Lordose zu wahren. Dabei wurde kürzlich durch Robert Schleip festgestellt, dass die Faszie im unteren Rücken zeitweise Stretch braucht, um den Stoffwechsel anzuregen. Nur dauerhafte Dehnung ist ungünstig. Selbst John Friend empfiehlt dem Bowspringer unter der Hand, am Abend vorzubeugen, um die Beweglichkeit der Wirbelsäule ins „default“ zu gewährleisten. Wir bemühen uns demnach, die Kippung zu erreichen, sind aber nicht verschreckt, wenn dies nicht immer gelingt. Vielmehr üben wir, wie eine Haltung, die eng ist, trotzdem ausführbar sein könnte, durch – wie kann es anders sein – Bewegung diverser Art.