Bowspring WS Düsseldorf 5./6.5.2018 w/ Bastian

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Bewusstsein erweitern und nachhaltig-dynamisch praktizieren: BOWSPRING

Alles, was der Mensch tut, kann sich einschleifen und dogmatisch werden, schließlich ein Glaubenssatz. Etwas wird Gewohnheit, ohne dass man es merkt. Die Reflexion hört auf, Stringenz tritt an die Stelle von Variabilität und der Suche nach Möglichkeiten.

Bowspring, diese neuartige Bewegungsform im Yogabereich, möchte hier ein Angebot machen. Dahingehend, dass, ausgehend vom Körper, bestimmte Grundsätze eine neue Betrachtung erfahren: Wie funktioniert ein gesunder Rücken, wie praktiziere ich gelenkeschonend, wie stretche ich ohne Risiko? Gehört Expansivität und Balanciertheit der Praxis in Eins? Kann ich extrovertiert praktizieren und trotzdem mir sicher sein, in zwanzig Jahren dasselbe tun zu können? Kann ich mir eine dynamische Bewegungsweise zu eigen machen, die heute, morgen und übermorgen funktioniert?

Nachhaltigkeit ist ein Thema, von dem das Wohl oder Wehe dieser Welt abhängt. Wir können leben und verbrauchen. Wir können aber auch leben und stärken. In diesem Sinne möchte der Bowspring Workshop verstanden sein: Dynamisch zu leben und nachhaltig zu stärken.

Für alle Level, unabhängig der Vorliebe zu einem bestimmten Yogastil, offen. Auch für Yoga-Beginner.

Ablauf:

Samstag, 05.05.2018

12:30 – 14:30 Uhr

Wir federn uns ein. Die Grundtechniken der faszialen Yogapraxis werden eingeführt und durchgespielt. Dabei spielt vor allem die tierhafte Vierfüßler-Haltung eine besondere Rolle, die etliche Variationen bietet. Ungeahnte Möglichkeiten eröffnen sich. Wir untersuchen sozusagen ein potenzielles Feld. Dabei spielt die kurvige Form unserer Wirbelsäule (Kyphose, Lordose) eine besondere Rolle sowie die Inanspruchnahme des Gluteus maximus sowie die Anerkenntnis weicher Kniekehlen und Leisten. Aller Statik wird widersprochen.

15:00 Uhr – 16:30 Uhr

Pranayama. Zwei Atemtechniken, die in letzter Zeit für Furore sorgen, seien hier vorgestellt: Die Wim-Hof-Atemtechnik und die Lufthungeratmung nach dem russischen Arzt Buteyko. Beide Atmungsweisen gehen davon aus, dass der moderne Mensch unbewusst und verstresst zuviel Kohlendioxid abatmet. Wenn es vormals darum ging, möglichst viel Sauerstoff einzuatmen, so weiß man heute, dass dieser Sauerstoff keine Freigabe ins Gewebe erlangt, wenn nicht genügend Kohlendioxid im Körper vorhanden ist. Durch Atemverhalttechniken suchen wir eine Balance herzustellen gegenüber einem hyperventilierenden Zuviel an Sauerstoff. Wir nehmen an, dass vor allem die Atemtechniken es sind, die einen Zugang zum autonomen Nervensystem herstellen, mehr als eine bestimmte Ernährungsweise zum Beispiel. Das (semi-) autonome Nervensystem reagiert auf die Art und Weise unserer Atmung.

Sonntag, 6.5.2018

12:30 – 14:30 Uhr

Wir variieren die Techniken aus der ersten Workshopeinheit weiter in verschiedenen Positionen. Zu dem federnden Expandieren (Root & Rise) gesellt sich die Potenz des Sprunges und der Hüpfkraft. Aus dem Engagement der gewölbten Fußsohle sowie aus der Hebung des Gesäßmuskels resp. des Steißbeines, durch ein allseitig geweiteten Brustraum und starke vektorenartige Arme, erlangen wir Einsicht in die Leichtigkeit des Fluges. Alle Bewegungen im Bowspring sind den Prinzipien der Bereitschaft (etwas zu tun, zu ändern) und der Leichtigkeit zugeordnet. Jede Haltung wird Voraussetzung für eine andere. Endlose Sequenzen regen die Phantasie an und lassen Staunen vor den sich eröffnenden Möglichkeiten im mehrdimensionalen Raum.

15:00 – 16:30 Uhr

Massage. Der Faszienyogi sucht den Körper nicht nur zu benutzen für seine (Asana-) Zwecke, sondern will ihn auch deutlich nähren. Dazu dient ihm die Faszienrolle, aber auch bestimmte Weisen der händischen Massage. Hierbei wird das Gewebe und die Muskeln (myofascia) um die Knochen pressiert und ausgerichtet. Gerade der untere Rücken wird hinsichtlich seiner Liquidität untersucht. Aber auch Hände und Füße erlangen viel Aufmerksamkeit, wenn es darum geht, sie aus ihren flach-platten Formen in ihre natürlich-gewölbigen Strukuren zurückzuführen. Der ganze Körper besteht aus Hügeln und Tälern in einem balancierten Maß. Das Gewebe kennt eine Richtung: So bewegt sich der Gesäßmuskel von unten nach oben (an das Kreuzbein), was im gesellschaftlichen default zumeist entgegengesetzt statthat. Der Gesäßmuskel ist im natürlichen Falle ein Motor der kurvig-aufrechten und energieeffizienten Fortbewegung.