Bowspring WS Düsseldorf w/ Bastian

Side Char Var. Pfeil DD Mai 2017 III

14./15. Oktober 2017

yogaloft Düsseldorf

Bowspring – be ready to… Ein neuer Yogastil aus nativen Quellen

Dieser kleine kompakte Workshop versteht sich als Einführung in jene neuartigen Yogapraxis, die sich Bowspring nennt. Bowspring ist ein technisch-dynamisches Yoga, welches sich der Biomechanik wie auch der neueren Faszientechnologie verschrieben hat. Biomechanik meint das Zusammenwirken von Kräften im Körperganzen auf eine Weise, die die Teile aufeinander bezieht und auf diese Weise effizient-natürliche, kraftvolle Bewegung erzeugt. Faszienarbeit bezieht neben dem muskulären Apparat das Bindegewebe mit in das Bewegungskonzept ein. Das Bindegewebe beschreibt dabei jenes kollagen-elastine Netzwerk im Körper, dass anfangs- und endelos alle Teile des Organismus (Muskeln, Organe, Knochen) verbindet und umschließt. Es ist das größte Sinnesorgan des Menschen, da in jeder Faszie zahlreiche Nervenendigungen Informationen für das ZNS bereitstellen, auch bei ungünstigen Haltungen (C-Kurve im Rücken). Es sorgt für Festigkeit (etwa die Anordnung der Organe betreffend), aber auch für Gleiteffekte, etwa der Haut auf dem Muskel. Faszien können sich stellenweise verdicken, wie in der Achillessehne, und somit eine prominente Funktion für Sprung und Abstoß erlangen.

Aus diesen beiden Wissensbereichen, der Biomechanik und der Faszienforschung, entwickelten vor wenigen Jahren Desi Springer und John Friend (Ex-Anusara® ) in Denver (USA) den Bowspring. Er zeichnet sich aus durch eine naturhafte, federleichte Beweglichkeit innerhalb der Kurvaturen des menschlichen Körpers, bei besonderer Berücksichtigung der rückwärtigen, muskulär-bindegeweblichen Ketten (posterior myofascial chains). Bekannte klassische Asanas werden biomechanisch abgewandelt und erhalten eine pulsierende Gestalt, werden in sich bewegt. Eine prägnant erzeugte Tonisierung der muskulär-faszialen Strukturen stabilisieren selbst kompliziertere Balancen und Umkehrhaltungen. Was früher gewagt erschien, gerät in den Bereich des Möglichen.

14.10.2017

10:00 – 12:30 Uhr Einführung in die 10 Schlüsselbereiche des Körpers. Radiant Heart, eine dreidimensionale Atemtechnik weitet den Brustkorb in alle Richtungen (auch nach hinten!); die Schulterblätter gleiten auseinander und aufwärts und heben die Arme in ein V-artigen Vektor. Die Hände erzeugen durch gestimmte Drucktechniken einen myofaszialen Tonus im oberen Körper. Auch im Fuß wird das Gewölbe angesprochen und funktional eingesetzt. Die Zehen bleiben am Boden. Die gebeugten Knie kippen das Becken nach vorn (!) und erzeugen eine physiologische (d.i. natürliche) Lordose. Der Bauch ist offen und lang, gibt dem Stoffwechsel anregend Raum. Die Taille wird schmal durch das Pulsieren im sogenannten Root-&-Rise, dem auseinander von Becken und Brustkorb.

14:00 – 15:30 Uhr Eine erste Durchführung des Bowsprings in flüssiger Art. Aus Technik wird Bewegung. Sogenannte Katas (jap.: „the way of doing“), Bewegungssequenzen mit höchster Achtsamkeit ausgeführt, bringen Bewusstsein gleichzeitig in alle Teile des Körpers. Blickrichtungen, die Führung der Augen, ermöglichen eine natürliche Einrichtung des (konkaven) Nackens und des Kopfes als oberster Strecke der bewegten „Wirbelschlange“. Wir suchen eine Bewegung zu erzeugen, die effizient ist. Sie ist der Flora und Fauna und dem noch nativ lebenden, präzivilsatorischen Menschen, aber auch dem Athleten und Tänzer, abgeschaut.

15.10.2017

10:00 – 12:30 Uhr Weitere Anwendungen. Der Bowspring fordert das Nervensystem heraus, in dem er ihm neue, originalere Bewegungsmöglichkeiten anbietet. Mindfullness ist das oberste Prinzip. Wir achten auf das, was wir tun, auch um unbewusste Konzepte des körperlichen Verhaltens zu erkennen, denen wir obliegen (viele pathologische Erscheinungen sind rückführbar auf eine ungenaue Ausrichtung, auf degenerierte alignments). Umkehrhaltungen sind von je her Einbrüche in das normierte Erfassen der Welt. Sie stellen die Dinge auf den Kopf. Eine achtsam, federnde Praxis fließt hier ein in die beliebte Praxis von Sprung und Umkehr. Crouching Cat, die zum Absprung bereite Katze mit gebeugten Knien und hohem Tail, ersetzt den statischen Downward Looking Dog. Wir erleben, wie kinetische Bewegungsenergie (in den weißen Faszien anstatt nur in den roten Muskeln) erzeugt und ermunternd benutzt werden kann. Bowspring generiert eine lebendige, gesunde Körpererfahrung. Einige Hinweise zur Stimulation der Faszien, vor allem an Füßen, Händen und unterem Rücken, runden den Kurs nachhaltig ab.