zu sich, doch in der Wahrheit / 19.3. – 25.3.2018

Über das Eigene zu sprechen, dem es nachzufolgen gilt, so wie ein Blume ihre Pracht aus ihrer innersten Tiefe entbirgt, dieser Vorgang ist für den Menschen immer wieder mit einer sehr bedeutenden Frage verbunden: Ist dieses Eigene, falls ich mich darum schon kümmere, Teil der kosmischen Bewegung im Großen und Ganzen. Das Tier und die Pflanze scheinen diese Ambivalenz nicht zu kennen: Dass das Eigene auch getrennt sein kann vom energetischen Fluss des Ganzen. Dass ich glaube, sehr nahe bei mir zu sein – aber eigentlich doch von dem Teil in mir, der mich mit allem verbindet und umgibt, getrennt bin.

Man kann auch so leben – individuell-persönlich, aber isoliert. Der kritische Zustand unserer Welt ist Zeuge davon. Glaubt man an die Dialektik der Dinge, könnte man auch sagen: Die Zuwendung zu sich ist zunächst absolut notwendig, als eine Heraussetzung aus Gott, damit ein Gefühl von sich selbst in Entstehung kommen kann. Eine Blume, die ihrer Saat noch nicht entklommen ist, ist noch keine Blume, als die wir sie bezeichnen würden. Sie muss sie selbst werden, indem sie ihre Innigkeit verlässt und in die Welt sich stellt. Doch wie stehen wir als solche dann da?

Hier ist nun der dritte Schritt der Dialektik notwendig. Es ist der, wo wir uns als einzelne, individuelle Persönlichkeiten daran erinnern, ja doch nicht nur individuell zu sein. Nicht im Sinne einer Regression. Aber doch in der Art, zu schauen, wo dieses Individuum wieder in eine Bindung kommt. Wo es sich anschließt an einen Strom, den es nicht nur selbst bildet. Der spirituell, d.h. der sich bewusst werdende Mensch, wird zeitlebens zu tun haben mit dieser Bewegung: Zu sich und zu dem Anderen. Wo nur das eine waltet, ist Gefahr und Verengung. Die Blume, die uns erfreut, ist eine, die sich zur Pracht gebracht hat: in der (intuitiven) Anerkenntnis ihrer Rolle im Schönheitsbegriff der ganz Anderen göttlichen Emanation. Das Eigene ist schön, wo es sich teilt: wo es Teil ist.

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