auf sich zu gehen / 5.-11.3.2018

Sich selbst als auf diese Erde hinein manifestierte göttliche Wesenheit zu begreifen, die als solche – als Gottheit – zu behandeln und auszuleben ist, fällt uns Menschen gemeinhin nicht leicht. Wir sehen uns in bestimmten Nöten und Zwängen, die es ja gar nicht erlauben, dass wir uns wirklich um uns selbst kümmern und Verantwortung übernehmen. Wofür? Dass das Heilige, das in uns wohnt, seinen Ausdruck findet, dass es unbeschwert leuchtet und andere Menschen animiert, das Leben wert zu schätzen. Ein Leben in Angst und Skepsis, in Misstrauen und (Selbst-) Sabotage ist der große Widerpart zu einem Leben der Entfaltung Gottes durch und in unserem Leben.
Ist das so? Gibt es da einen tieferen Grund meiner Existenz, der mir erlauben könnte, mich dem Leben und zumal meinem eigenen, mich gütig zuzuneigen? Ist nicht alles nur Zufall und Durchringen und Bestehen? Manchen Menschen scheint die Gnade der heiligen Selbstgewissheit schon mitgegeben zu sein – und wir schauen neidisch und misstrauisch auf diese: Der muss doch auch seine Dunkelheiten haben! Dem kann doch nicht immer alles gelingen! Hab ich Pech gehabt mit meiner genetischen Anlage, mit meinen Eltern, mit dieser Gesellschaft und dieser Zeit überhaupt? Die Lösung ist leider so ungemein einfach, dass man sich scheut, sie auszusprechen oder gar anzunehmen.
Kennst du das Gefühl zu Beginn des Frühlings, wenn in uns Menschen plötzlich eine merkwürdige Aktivierung spürbar wird? Wenn wir die Fenster öffnen, den Hausputz steigern, die Natur aufsuchen, Diäten beginnen? Oder wenn wir die Zuneigung nicht nur der Jahreszeit, sondern gar eines Menschen spüren? Ist es da nicht, als würde der Finger Gottes unsere Stirn treffen und in uns einen elektrischen Kreislauf in Gang setzen, wodurch wir beginnen, uns zuzuwenden, zu sorgen und zu pflegen und Interesse bezeugen – auch an sich als göttlichem Wesen (der Zusatz ist entscheidend)? Gleich, ob der Zeigefinger uns trifft oder nicht: Befreiung ist, wo wir uns mit Hingabe aufmerksam und liebevoll dem Leben widmen. Befreiung ist, wo Widmung ist. Widmung aber ist Liebe.
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[zum Beitragsbild]
Eine wertige Diät kann wie das Atmen oder die Körperübung die Befreiung des Geistes begleiten. Manchmal spiegelt die Diät den momentanen energetischen Zustand der Person; sie kann diesen auch beeinflussen. Simpel, aber wertig scheint mir eine Formel zu sein, mit der eine spirituell hebende Funktion der Nahrung möglich wird. Damit steht diese hier vorgeschlagene Idee entgegen der Funktion, die Essen im gesellschaftlichen default einnimmt: Das Ungenügen am Leben zu kompensieren – oder: Sich aufzubauen, um durchzuhalten. Eine spirituelle Diät muss sich dagegen nicht in einem asketischen Fasten ausdrücken. Die natürliche Reinheit der Produkte geht einher mit der wahrnehmungsmäßigen Erfassung des inhaltlichen Reichtums derselben. Die Art und Weise des Verzehrs spiegelt dabei die Wertigkeit der Nahrung, die sich nicht im „Essen“ erschöpft. Der spirituell strebende Mensch sucht auch in der Nahrung die nächste, d.i. die geistige Ebene, wie auch in der yogischen Körperübung (die den bloßen Sport übersteigt).
Im Glase: Frisch gepresster Gemüsesaft (Möhren, Rote Beete, Radieschen mit Blattwerk, Sellerie, Ingwer, Minze, Fenchel). Auf dem Teller: Reisbrot getunkt in Leinöl + Schwarzkümmelöl. Im Munde wird das Brot im Safte eingeweicht und die Vitalstoffe über den Gaumen erlebt und zugeführt. Voilà.

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